Nadja
Graf Dracula ist tot, getötet von Van Helsing. Seine Tochter Nadja kommt nach New York, um sich mit dem Tod des übermächtigen Vaters und ihrer eigenen Existenz auseinanderzusetzen – und um ihren Zwillingsbruder Edgar zu suchen, der sich von der Familientradition abgewandt hat. Als sie sich nichtsahnend in Lucy verliebt, die mit Van Helsings Neffen verheiratet ist, kommt der Vampirjäger ihr auf die Spur … Mit der ätherischen Elina Löwensohn in der Titelrolle verwandelt Regisseur Michael Almereyda den Vampirmythos in einen melancholischen, ironischen, in kunstvollen Schwarz-Weiss-Bildern gedrehten Independentfilm über Einsamkeit, Familie, Begehren und die Schwierigkeit, sich von der eigenen Vergangenheit zu lösen. Teils verführerische Träumerei, teils Parodie ist "Nadja" ein delirierender Mix aus André Bretons gleichnamigem surrealistischen Roman von 1928 und Lambert Hillyers "Dracula's Daughter" (1936). "Der stilvollste Vampirfilm der 1990er-Jahre … witzig und sexy zugleich … ein trocken-humorvolles, blutsaugendes Abenteuer, das bewies, dass man kein grosses Budget brauchte, solange man über Attitüde, ein cooles Setting und eine ästhetische Vision verfügte", schwärmt Jordan Hoffman dreissig Jahre nach seinem Erscheinen in Vanity Fair. Kein Geringerer als David Lynch produzierte damals den Film und hat einen Gastauftritt als Leichenhauswächter.
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