Bruder Baum
Zur Vergegenwärtigung des Heiligen, der der Natur und den Armen ihre Sprache gab: Gottlieb Nuderschers Freiluft-Aquarelle im Pfarrzentrum Altach.
Es ist kein Zufall angesichts der bedrohlichen Welt-Lage, dass der erste nichteuropäische Papst als erster seinen Namen annahm und in seinem Geist wirkte weit über die Kirche(n) hinaus: Franz von Assisi, der die Besitzlosigkeit und die Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung lebte wie ein zweiter Christus, starb vor genau 800 Jahren. Seine Identifizierung mit den Armen, sein Umgang mit der Natur und mit Andersgläubigen und seine Achtung der Frauen machen aus dem Leben des Heiligen, zusammengefasst in seinem berühmten „Sonnengesang“, eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
In Gottes freier Natur verbrachte der Altacher Gottlieb Nuderscher (1904-1995), im Brotberuf Bäcker, jede freie Minute, zu jeder Jahreszeit und bei nahezu jedem Wetter, oft in Begleitung der großen Familie – solange er konnte. Er wäre gern Maler geworden: Zeichnend und malend erwies er in mehreren tausend Aquarellen Bruder Baum, Schwester Wasser, Berg, Wolken und Blumen, Acker und Wald die Ehre. Im Altacher Pfarrzentrum ist eine Auswahl seiner Blätter im Franziskus-Jahr ausgestellt. Sie umfasst Jugendwerke, aber auch einige der letzten Arbeiten und stammen aus der Kunstsammlung der Gemeinde, dem Fundus der Pfarre und aus Privatbesitz.
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